Seminar-Event beim IHK-Netzwerk Assistenz

Ein Interview mit Anja Neuhaus, Managerin des Netzwerks und im Team Weiterbildung der IHK-Akademie Reutlingen.

Frau Neuhaus, Sie sind die Managerin des IHK-Netzwerks Assistenz – wofür steht das Netzwerk und an wen richtet sich Ihr Angebot?

Wir haben das Netzwerk Assistenz 2009 ins Leben gerufen, um den Assistentinnen aus unterschiedlichen Bereichen einen Austausch zu ermöglichen. Im Netzwerk sind Assistentinnen aus den Vorstandsetagen und Bereichsleitungen unserer Unternehmen und Institutionen.
Auch ihre Ausbildung ist ganz unterschiedlich. Von der Bürokauffrau bis zum Quereinsteiger oder der studierten BWLerin findet sich alles im Netzwerk Assistenz der IHK. Genauso wie ihre Ausbildung sind ihre alltäglichen Aufgaben im Beruf ganz unterschiedlich. Die Aufgaben sind extrem breit gefächert. Und genau für diese Zielgruppe gibt es wenig Angebote zur Weiterbildung. Das ist sehr schade. Eine Assistentin ist der Multiplikator im Unternehmen und für Außenstehende der Türöffner in die Chefetage. Hier im Netzwerk Assistenz wird speziell auf die Bedürfnisse eingegangen, die in dieser Position entstehen. Darüber hinaus gibt es fachlichen Inputund direkte Kontakte zu Gleichgesinnten und in andere Führungsetagen.

Der persönliche Kontakt ist hier das Schlüsselelement. Assistentinnen sitzen oft zwischen den Stühlen und sind auf sich allein gestellt. Auf der einen Seite stehen sie absolut loyal hinter ihrem Chef, auf der anderen Seite sind sie aber auch Ansprechpartner für die Mitarbeiter. Da ist es schwierig, jemanden zu finden, dem man sich anvertrauen kann. Das Netzwerk bietet hier die Möglichkeit
zum Austausch.

Sie bieten Ihren Mitgliedern Veranstaltungen zur Weiterbildung und zum gegenseitigen Kennenlernen an. Dabei haben Sie schon einige Abendveranstaltungen organisiert. Worauf legen Sie den Fokus bei der Auswahl der Veranstaltungen?

Stimmt, ich habe wirklich schon viele Veranstaltungen organisiert. (lacht) Wichtig ist mir die Mischung aus fachlichem Input und dem Netzwerken im Anschluss. So versuche ich immer, eine Stunde bis anderthalb Stunden inhaltlich mit Vorträgen oder Seminaren zu gestalten und im Anschluss das Gespräch untereinander in angenehmer Atmosphäre zu ermöglichen. Die Auswahl der Themen kommt unterschiedlich zustande. Zum einen werde ich durch meine Tätigkeit auf bestimmte Weiterbildungsbedürfnisse aufmerksam, zum anderen machen die Mitglieder des Netzwerks immer wieder Themen- oder Referentenvorschläge oder wünschen sich Weiterbildungen in bestimmten Bereichen. Wir machen deshalb auch immer wieder Brainstorming, um neue interessante Themenfelder für uns abzustecken. Das können Themen wie Soft Skills sein, Themen, die besonders Frauen im Beruf betreffen – einfach Themen, die bei uns ein „Aha-Erlebnis“ auslösen.

Am 19. November 2015 war verRückte Impulse beim IHK-Netzwerk Assistenz zu Gast. Wie kamen Sie auf die Idee, ein Seminar-Event mit einem regionalen Anbieter zu gestalten?

Grundsätzlich versuche ich, nur regionale Unternehmen einzubeziehen. Das ist nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch erster Auftrag einer IHK: die Förderung der regionalen Wirtschaft. Wie ich genau auf verRückte Impulse gekommen bin, ist eher ungewöhnlich: Eine Postkarte auf meinem Schreibtisch mit Einladung zu einem Outdoor-Impulsabend hat meine Aufmerksamkeit erregt. Und dann natürlich der Name: verRückte Impulse. Der Abend brachte dann ja auch „verrückende Impulse“. (lacht) Ich wollte für die Jahresabschlussveranstaltung des Netzwerks auch etwas Besonderes. Da kommen immer alle Mitglieder zusammen. Grundsätzlich ist es so: Alle Netzwerkerinnen suchen sich im Jahr von sieben Veranstaltungen drei aus, die sie besuchen möchten. Das sind dann immer so um die 30 Personen, die teilnehmen. Bei der Jahresabschlussveranstaltung kommen aber alle Mitglieder – da ist es natürlich schön, wenn man etwas Außergewöhnliches bieten kann, so wie mit verRückte Impulse.

Rund 60 Assistentinnen waren am 19. November in Reutlingen. Welche Erwartungen haben Ihre Netzwerkerinnen an diesem Abend mitgebracht?

Die meisten wissen schon, dass es zur Jahresabschlussveranstaltung etwas Besonderes gibt. Es sind viele ihrer Kolleginnen da, und darauf freuen sich die Mitglieder. Sie erwarten einen spannenden und unterhaltsamen Abend. Am besten ist es dann natürlich, wenn man mit einer Überraschung aufwarten kann.

Was hat Ihnen besonders an diesem Seminar-Event gefallen?

Auf jeden Fall das gemeinsame Singen! Am Anfang des Abends haben die Trainer vorausgesagt, dass die ganze Gruppe von 60 Assistentinnen zum Abschluss des Events zusammen singen würde. Da konnte ich mir das noch nicht wirklich vorstellen. Am Ende war die Atmosphäre aber so super und – das habe ich nicht erwartet – Gänsehaut-Feeling pur.

Werden Sie so ein Seminar-Event noch einmal organisieren?

Auf jeden Fall werde ich so ein Seminar-Event noch einmal organisieren – nur dann müsste es wieder etwas ganz anderes sein, eine neue verrückte Überraschung eben …

An diesem Abend gab es viele Eindrücke. Was war Ihr persönliches „Aha-Erlebnis“? Was nahmen Sie von dieser Veranstaltung mit?

An diesem Abend gab es ein Thema, das mich besonders angesprochen hat: die eigenen Zeitressourcen. Da kam es zu der Frage, wie man seine Zeit verwendet, und das sollte man dann als Aufgabe – ganz simpel eigentlich – in ein Diagramm einzeichnen. Das ist sehr leicht herzustellen und zu visualisieren – umso erschreckender fand ich, wie wenig Zeit ich tatsächlich am Tag für mich habe! Der Tag hat 24 Stunden und da nur eine halbe Stunde für sich zu haben … Das war wirklich eine Übung, zum Nachdenken und Reflektieren, die ich nur jedem empfehlen kann.